LOGO FÜR 5, 50, 500 ODER 5000€? WTF?

Warum werden Logos für 5, aber auch für 500 oder gar 5000 Euro oder sogar noch mehr angeboten?

Wenn du mit deinem Business noch ganz am Anfang stehst, dann stellst du dir vielleicht diese Frage.
Im Übrigen musstest du schon große Investitionen für Software oder Hardware machen, in ein Ladengeschäft investieren – dass die Website Geld kosten wird – da hast du sicher auch dran gedacht, aber das Logo – so eine kleine Grafik – die kann doch nicht die Welt kosten?

Doch, unter Umständen kann sie das… Es hängt immer davon ab, ob du eben nur eine kleine Grafik erwirbst, die aber gar nichts mit deinem geplanten Geschäft zu tun hat, oder ob du gemeinsam mit einem strategisch arbeitenden Designer an deiner Geschäftsidentität feilst.

Kostenlos oder für ein paar Euro bekommst du…

Eine Grafik, die du dir mit Hilfe eines Generators erstellen kannst.
Diese ist natürlich nicht professionell auf deine Zielgruppe abgestimmt, nicht einzigartig (da immer auf die gleichen Vorlagen zugegriffen wird) und mit einer Markenidentität haben wir es auch bei weitem nicht zu tun.

Meine Versuche an zwei Logogeneratoren:

Im Vergleich mit meinem tatsächlichen Logo, siehe Header – sehen die Logogeneratoren-Varianten allesamt unprofessionell aus. Beim linken Generator kommen immerhin zum Teil lesbare Grafiken heraus, während beim rechten nicht mal formale Logokriterien berücksichtigt werden: Lesbarkeit, Skalierbarkeit (muss auch klein erkennbar sein), als auch Einfachheit (zur leichteren Wiedererkennung) sind bei keinem „Logo“ gegeben.

Logogenerator
Für 50 Euro bekommst du…

Eine Grafik von einem Freelancer aus einem Land mit niedrigen Lebenshaltungskosten, auf Basis von Vorlagen und Stockgrafiken erstellt. Außer, dass hier ein Mensch tätig wird, kein Unterschied zu dem Logogenerator. Manchmal nutzen diese Freelancer auch Generatoren.
Es sei denn, du hast Glück und ein Freelancer-Anfänger verkauft seine individuelle Arbeit an dich unter Wert.

Für rund 500 Euro…

… kannst du schon professionell erstellte Logos erwarten. Du wirst wahrscheinlich vorab einen Fragebogen ausfüllen müssen, welche Eigenschaften dein Logo haben soll. Darauf abgestimmt bekommst du dann 2-3 Vorschläge. Vielleicht kannst du noch Änderungsvorschläge machen.

Diese Logos sind professionell und individuell erstellt. Zu diesem Preis ist es aber noch sehr unwahrscheinlich, dass eine Zielgruppenrecherche betrieben wird und das Design auf deine Zielgruppe abgestimmt wird. Auch ist bei diesem Budget keine Zeit, wirklich herauszufinden, welcher Style deine Geschäftsidee am besten verkörpert. Es werden einfach nach Gefühl einige Vorschläge erstellt und dabei auf gewisse Sehgewohnheiten und Klischees zurückgegriffen. Das ist nicht ganz falsch, aber du bekommst eben nur ein durchschnittliches Ergebnis, das nicht aus der Masse heraussticht. Du hast nur ein durchschnittliches 0815 Unternehmen? Gut, dann passt das vielleicht. Ansonsten…

Ab ca. 1000 Euro…

… steigt die Wahrscheinlichkeit stark an, dass du einen Designer findest, der dir nicht nur eine hübsche Grafik erstellt, sondern dir hilft, deine Positionierung noch besser zu verstehen, zu schärfen und visuell aussagekräftig auf den Punkt zu bringen.

Warum kosten Logos nun aber zum Teil noch mehr als einige 1000 Euro?

Das ist eine Frage des Werts, den die Marke bereits hat und auch eine Frage der Nutzungsrechte. Die Markenidentität eines Unternehmens, das weltweit eine breite Kundenbasis bedient, ist natürlich ein Vielfaches mehr wert als die des Bäckers um die Ecke. Was der genaue Wert eines Rebrandings ist, lässt sich natürlich erst im Nachhinein beziffern.
Die AGD (Allianz deutscher Grafikdesigner) versucht sich der Sache zu nähern, in dem sie bestimmte Faktoren als Richtwert angibt, mit der die Kosten für den Entwurf multipliziert wird. Der Endpreis, der dabei herauskommt, bezieht sich damit auf eine bestimmte Nutzungsdauer in einem bestimmten Nutzungsgebiet in definierten Medien.
Aber nicht jeder Designer trennt seine Preise in Entwurf und Nutzung. Aber jeder Designer, der sich des Werts seiner Arbeit bewusst ist, wird diesen Wert unabhängig von seiner Arbeitszeit mit in die Verhandlung einfließen lassen.

Welchen Wert bringt ein Logo?

Ein Logo ist nur ein kleiner Teil einer visuellen Identität. Schriften und Farben sind zwei weitere sehr wichtige Bestandteile. Fotografie, die dein Branding unterstreicht, Muster oder andere wiederkehrende Designelemente gehören auch dazu. Die visuelle Identität wiederum muss Hand in Hand gehen mit weiteren Branding-Elementen:

  • Welche Sprache verwendest du in deinen Werbetexten und in der Kundenkommunikation?

  • Wie sind deine Produkte verpackt?
  • Welche Art der Innenausstattung hast du in deinen Geschäftsräumen? Welche Materialien sind hier vorherrschend?
  • Wie kündigst du Events an / gehst du mit öffentlich bekannten Problemen mit deiner Marke um?

  • Sound kann ebenfalls eine Rolle spielen, z.B. in der Radiowerbung oder im Imagevideo

Ein Logo, das getrennt von der visuellen Identität und von deiner eigentlichen Geschäftsidentität erstellt wird, ist nicht viel wert.

Eine Agentur oder ein Freelancer, der sich aber Zeit nimmt, deine Geschäftsidentität zu durchdringen und ins Visuelle zu „übersetzen“, hilft dir, deine Zielgruppe anzusprechen, dich wiedererkennbar zu machen, bestimmte Werte und Professionalität mit deiner Marke zu assoziieren. Das kann dir helfen, überhaupt Kunden zu finden, oder deine Umsätze zu steigern, Kunden zu binden oder höhere Preise verlangen zu können.

Unter Berücksichtigung folgender Gesichtspunkte gelingt eine wirklich aussagekräftige visuelle Identität:

  • Auswertung vorhandener Erfahrungen und Daten

  • Umfassende Zielgruppenrecherche

  • Ausführliches Gespräch mit dir, wobei besonders Wert darauf gelegt wird, ein gemeinsames Vokabular zu erarbeiten. Du möchtest es modern und stylisch? Ok, ist das für dich eher wie Vogue oder wie Ikea? Du möchtest es emotional und reduziert-modern? Hm, mal schauen ob sich die beiden Eigenschaften nicht in die Quere kommen… vielleicht kannst du es auf eine andere Weise beschreiben? Und so weiter, bis anhand von Beispielen sowohl du, als auch der Designer das gute Gefühl habt, von der gleichen Sache zu reden

  • Annäherung an den erstrebten Style mittels Moodboards, Stylescapes oder ähnlichem. Ohne über kleine Details am Logo zu streiten, kann der Designer so vorfühlen, welcher Style zu dir passt und welchen du dir wünscht. Stylescapes und Moodboards sind Grafiken, die aus unterschiedlichen Designelementen wie Bildern, Schrift, Stockgrafiken etc bestehen können. Sie vermitteln ein bestimmtes Feeling und geben so eine Ahnung, wie deine Marke wirken könnte, bevor es um das Logo geht.

Ob du an eine gute Agentur oder einen guten Designer gefunden hast, kannst du also beispielsweise anhand solcher Merkmale erkennen. Scheue dich nicht, vor Annahme eines Angebots nach dem Designprozess zu fragen.

Du weißt sicher, dass die Verpackung in der Herstellung manchmal mehr kostet als das Produkt – und das wäre nicht so, wenn die Verpackung nicht für den Verkauf essentiell wäre.

Nicht in ein Logo, sondern in eine visuelle Identität investieren

Die visuelle Identität ist die „Verpackung“ deines Unternehmens. Ich empfehle dir, nicht nur in ein Logo, sondern in eine durchdachte visuelle Identität zu investieren.

Das kostet etwas mehr, bringt aber auch richtig was. Das Logo als Teil deiner visuellen Identität ist das erste, was deine Kunden häufig von dir sehen.
Auch ein Nicht-Designer hat ein sicheres Gefühl für gutes Design.

Gutes Design lässt Dinge wertvoll erscheinen.
Unprofessionelles Design lässt Dinge billig und mangelhaft erscheinen.
2018-11-26T14:01:01+00:00